„ALLES EINE FRAGE DES EQUIPMENTS“

27.12. Weihnachten vorbei. Und, ja! Auch das ein oder andere obligatorische Bild an der Weihnachtstafel gemacht. Geknipse mit dem Anspruch der Dokumenation des Ereignisses. Wie das halt Onkel Häbäärd so macht. Oder Tante Kääthe. Was Anspruchvolles hat man da eh nicht auf dem Schirm. Mit einem 27er an Crop. Also ca. 40mm. Ist ja fast die klassische Reportagebrennweite. Na, das kann, neee….muss ja was werden.

Womit wir beim Thema sind. Das ganze Gelump, dass man zum knipsen so braucht. Oder denkt, dass man es aber so was von dringend braucht. Und ich gehöre jetzt nicht mal zu denen, die nach dem Eintreffen der 35er Festbrennweite vom Premiumhersteller, die dann auch gleich auf seine Vollformat pappt und losrennt um „Street“ zu machen. DANN ging’s ja noch! Nene, erstmal auspacken und sich vom ordnungsgemäßen Zustand des Glückspielautomat, ähh der Ware überzeugt. Und dann das Teil erstmal in der Vitrine „parkt“. Man kann halt schlecht seinen Fotografiezeitworkflow am Terminkalender und der Zustellung durch den DHL/DPD/Whatever Zusteller festmachen. 

Hab’ da den klassischen Weg des Hobbyfotografen hinter mir, der sich mit der Zeit von Stock zu Stock und später von Stöckchen zu Stöckchen hangelt. Je nach Lust und Kaufkraft und Kaufwillen. Suppenzoom vom Drittanbieter, denn das war ja sowas von günstig. Verstehe ich garnicht. Ist doch auch nur Glas und Plastik, wie beim Originalen? Dann mussten die originalen Linsen her. Dann erst mal bei den Zooms die Klaviatur der Lichtstärke nochmals komplett durchgespielt.

Zwangsläufig bisst du dann bei den Festbrennweiten, wenn du auch noch das Hohe C spielen willst. Und eh du dich versiehst, hast du deine „Fotolebenszeit“ nicht mit dem fotografieren verbracht, sondern mit dem Sammeln von Objektiven. Jetzt stehen die hier, wie die Orgelpfeifen! Die 2,8er Zooms vom Kamerahersteller von 14 bis 200mm. Noch das ein oder andere Spezielle wie ein T/S & Makros und die 1,4er Autofokusmusthave. Aber der Seuche nicht genug. Ach, war doch das manuelle fokussieren früher tatsächlich so fein. Dann muss es noch was von Hand zu drehendes sein. Das ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass ich früher tatsächlich nur manuelles Gelump zum fotografieren hatte, und die Autofokuszeit spurlos an mir vorüber gegangen ist. Kein Scheiß! Von der SLR aus den 70ern auf eine 8 Megapickel Brigdekamera. Aber jetzt wieder zu den Manuellen.

Was wird schon sein? Mir ist ja nix gut genug! Also Zeiss sollte es schon sein. Natürlich wegen dem 3D Effekt, dem Bokeh und der Randschärfe. Mann muss sich schließlich selbst mal rechtfertigen, bevor man hier die Hunderter und Tausender über den Tresen schiebt! Am besten ALLES von 15 bis 135mm. Hier habe ich aber noch nicht ganz den Endsieg erreicht. Die Abstufungen der Brennweiten bei Cosina, ähm Zeiss ist aber auch so was von eng! Menno! Naja, die in Japan wissen wahrscheinlich von meinem Spieltrieb. Die Schweine! Aber die Gläser sind auch unglaublich wertig! Und schwer! (OK, wer es noch nicht wissen sollte: Die DSLR Linsen von Zeiss werden in Japan von Cosina hergestellt, echt wahr! Und die Linsen von Voigtländer -siehe weiter unten….die kommen auch noch…ebenfalls! Jawoll!! ) Wer will die den schleppen. Ich bin schon vor ein paar Jahren mit dem ganzen 2.8er Zoomgelump und der einen oder anderen T/S Linse & 1.4er FB und Zubehör & Stativ etc. etc. schwerbepackt wie ein Fotovagabund durch New York City getaumelt. Und wenn es dann in einen eher fragwürdigen Stadtteil ging, hatte ich dann doch nur eine APS-C High End Knipse dabei. Also zu dem ganzen schweren Zeug von Zeiss kann man sich ja nochmals etwas leichter aufstellen…….EY! Da ist ja wieder ´ne neue Sammelspielwiese. Heisa! Habe schon länger ein 58er von Voigtländer. Da passt doch noch das 20er und das 40er Pancake und das 90er in die Fototasche! Das 125er ist dann doch nicht sooooo leicht, und ich hab’ ja schon das 135er Apo Sonnar. Muss es ja nicht übertreiben. Das 125er ist aber auch sowas von rar und teuer. (Meinung des Autors am 27.12.2014 MEZ: 16.22 und 41….42….43….44 Sekunden 🙂  ) Dann habe ich sozusagen eine Fototasche De Luxe Light. Supi!

Aber mein Psychologe meint, dass noch Hoffnung besteht. 🙂  Denn das Geschwür hat sich bisher nur auf die Objektivsynapsen in meinem Hirn ausgebreitet. Bei den Bodys geht’s grad noch. Ne olle Vollformat, die ich mir 2011 gekauft habe, und das Modell damals schon am Ende des Produktzyklus stand, ist meine aktuelle Kamera. Da gibt es mittlerweile schon den Nach-nach-nachfolger. Denn DEN Scheiß mach ich nicht mit. Höma! 4 Jahre in’s Land gegangen, und schon 3 mal überholt. Geht’s noch! Da kann ich ja das Geld gleich verbrennen, oder mir ´ne Leica M kaufen. Eine Digitale, logischerweise. Klar schiele ich immer mal wieder auf die Kamera mit dem Herrenwinker… ähh roten Paperl vorne drauf. Aber nach dem ich mir mal die Preisentwicklung von gebrauchten digitalen M’s angesehen habe, kam ich zu dem Schluss, dass ich für das Geld, was da jeden Monat nur alleine durch das Rumstehen vernichtet wird, nicht mehr selbst fotografieren brauche. Für das Geld lass‘ ich fotografieren! Mal Ripke fragen, was der die Stunde so nimmt. 😉 Und wenn du so eine M auch mal richtig nutzt, ist die ja dann mit der entsprechenden Patina bei den pingeligen Leicaaffen nix mehr wert. Da kannst’e nicht mit Shabby und Usedlook oder Hipster kommen. Da müssen die Altherren erst mal Tante Gooorgel fragen, was das heißt. Mit einer alten Polaroid geht das. Aber nicht mit einer achsoedlen Leica. Ich weiß, ich weiß. Die ist zum Benutzen (und zum Posen) da! Schon klar! Aber seit der digitalen Zeit bei den Kameras habe ich mit der Marke echt meine Probleme. Habe ja noch eine M3 und ne IIIg. Irgendwie verbinde ich mit analogen Leicas mittlerweile auch, dass sie in der Vitrine steht, und in’s Geld wächst. Also bleib ich mal bei den DSLRs. Und für immer dabei noch ´ne Kompaktere DSLM. Da habe ich auch schon so einiges durch! Glaub mir! Bin sogar mal für 2 Wochen nach Kanada mit 2 Kompakten. Einmal mit einer Micro Four Thirds inkl. Wechselobjektiven und einer APS-C Edelknipse. Das war nach NYC. Logisch, oder? Bin jetzt auf dem Weg der Genesung. Habe eine DSLM an die ich so alles dranpappen kann, was die Neu- und Altglasküche hergibt. Meine M Objektive, meine Zeiss- und Voigtländergläser, und mein DSLR Gelumpe. Nicht zu vergessen, das Flohmarktglas ala Helios oder Trioplan. Und in der Tat habe ich nur 1 (ein!!) AF Glas mit 27mm, welches eigentlich wirklich zur Kamera gehört. Und es kommt noch besser. Mich interessiert grad kein 35er 1,4er oder 18er oder 56er oder was auch immer der Hersteller der DSLM so anbietet. Ach, ich fühl’ mich grad gleich viel besser. Was könnte ich da Kohle versenken! HollaDieWaldfee! Und hab’ keinen Appetit!! 🙂 

Das kann aber auch ein wenig daran liegen, dass ich mir auch abtrainiert habe, die „Fachzeitschriften“ zu lesen. Ich als Deutscher in Deutschland. Wir Deutschen sind doch so ein Volk von Zeitschriftenleser. Für jeden Rotz bekommst du im gut sortierten Zeitschriftenhandel deine Fachzeitschrift. Und sei dein Spleen noch so Extravagant. Irgend ein buntes Käseblatt gibt es dazu. Jeden Narr’ seine Kapp’….und das Fachmagazin dazu! Hatte ich nicht letztens das Mongolische Eselstreibermützenmagazin in der Hand? 🙂  Naja, egal! Mittlerweile langweilen mich die Klofodo, und wie die alles heißen. Dafür blättere ich ganz gern mal in Fotozeitschriften, die nämlich das zeigen, worum es geht. Das Resultat fotografischer Arbeit und deren ansprechende Endergebnisse, und nicht den Hammer und die Zange. Bin also auf dem Weg, auch mal eine Aufnahme zu machen, die mich anspricht. Kann sich nur noch um Monate oder Jahre drehen. Hab’ ja Zeit, und Hammer & Zange. Das wird schon….. Wenn ich mich nicht dann doch wieder bei den Zangen verzettele. 🙁 

Aber ich sehe jetzt zumindest, dass ich wohl auf dem richtigen Weg für mich bin. Es gibt mir eine zunehmende Zufriedenheit, wenn ich mittlerweile nicht mal mehr beim Einkaufen im Supermarkt am Zeitschriftenregal vorbeikomme und in den Zeitschriften blättere, die mir sagen wollen, welches Equipment den gefälligst zu nutzen ist. Und wieso diese oder andere Neuigkeit auf dem Markt absolut unerlässlich und ein „must have“ für jeden ernsthaften Fotograf Knipser ist. Und auf dem Flohmarkt sind mir Stände mit Kartons voller Bücher nicht mehr fremd. Und hier sind es nicht mal die ehemals sehr teuren Bildbände, die mich primär interessieren, sondern Bücher von mehr oder minderer bekannter Fotografen. Seinen Ursprung hat das aber eher zufällig. Ich war vor ein paar Monaten mit einem Kumpel auf einem großen Flohmarkt bei mir in der Gegend. Und dort hat ein Verkäufer (Leichenfledderer) alle seine Bücher auf dem Boden ausgebreitet. Und da es just in dem Moment drohte, dass es zu regnen anfing, rief er aus: Alles einen Euro, jedes Buch ein Euro! Ich schaute beim vorbeilaufen auf die Bücher, und es lachten mich von einem Buchdeckel die Zwillinge von Diane Arbus an. Mein Kumpel meine später nur, dass ich da mit einem Tunnelblick draufgestarrt hätte. Und so nahm ich von diesem Flohmarktstand eine ganze Reihe von Büchern aus den 70er und 80er Jahren mit, welche sich um die Fotografien von bekannten und auch weniger bekannten Fotografen beschäftigten. So wie es wohl den Anschein hat, wächst sich mein Sammelspieltrieb aktuell aus sich raus, und beschränkt sich nicht nur auf die schnöde Technik. Heute war der erste Flohmarkt im neuen Jahr in meiner Stadt. Und wie es der Zufall will, bin ich schon mal für die anstehende Flohmarktsaison mit dem Buch „Son of Bitch“ von Elliott Erwitt angefixt worden. Scheint ein wenig rar zu sein, den es findet sich nur in der amerikanischen eBucht. That’s fine 🙂 Ab heute jage ich nicht mehr nur „Einsvierer“ und „Micros“ auf den Trödelmärkten. 😉